Trailrun zum Roßberg: Über Zecken-Wiesen und den Schönberger Kapf
Manchmal gibt es diese Läufe, da ist von allem etwas dabei: matschige Hohe-Wiese-Einlagen, ungeplante Krabbelgäste an den Beinen, ordentlich Schmalz in den Waden und ein Wadenfresser-Downhill, bei dem man einfach nur die Beine fliegen lassen kann. Genau so eine Runde ging es für mich vor Kurzem hoch zum Schönberg und weiter zum Roßberg.

📊 Die Fakten zur Runde
- 🏃 Distanz: 11,20 km
- ⛰️ Höhenmeter: 369 hm
- 📍 Start/Ziel: Parkplatz am Öschinger Freibad
- 🎯 Highlights: Schönberg, Schönberger Kapf, Quenstedt-Denkmal, Roßbergturm
- 🥾 Terrain: Asphalt, feuchte Wiesenwege, steile Single-Trails, breiter Schotter-Downhill
- 👟 Material-Einsatz: Hoka Challenger 8 (ca. 50 km Trail-Erfahrung)
- 🐜 Zecken-Index: 5 Stück (Beine abstreifen nicht vergessen!)
Der Start: Parken am Öschinger Freibad & Ungeziefer-Check
Los ging die Reise etwas oberhalb vom Öschinger Freibad. Direkt an der Straße gibt es eine Wiese, wo man das Auto entspannt abstellen kann. Die ersten 300 Meter auf Asphalt dienten noch dem lockeren Einrollen Richtung Waldrand.
Hier durfte auch gleich mein Hoka Challenger 8 beweisen, wie er sich auf hartem Untergrund macht. Der Schuh hat mittlerweile gut 50 Trail-Kilometer auf dem Buckel. Klar rollt so eine Profilsohle auf Teer nicht ganz so geschmeidig ab wie ein reiner Straßenschuh, aber die paar hundert Meter zum Einrollen waren völlig okay und bequem zu laufen.
Danach ging es links ab auf die erste kleine Waldpiste – und zack, stand ich plötzlich vor einem Gatter. Kein Problem, Klinke gedrückt und durch. Die Absperrung steht dort vermutlich, damit im Sommer weder Ziegen noch Kühe auf Abwege geraten. Was folgte, war eine gut 400 bis 500 Meter lange Passage durch feuchte, hüfthohe Wiese. Wunderschön zu laufen, aber als ich am zweiten Gatter ankam und kurz an meinen Beinen herunterlinste, die Ernüchterung: Fünf Zecken!
Gott sei Dank hatten sich die Viecher noch nicht festgebissen, sodass ich sie direkt abstreifen konnte. Kurzer Schreckmoment abgehakt, weiter geht’s.
Durchbeißen am Schönberg (und Grip-Test auf Schotter)
Nach dem feuchten Wiesen-Intermezzo ging es erst einmal gemütlich und leicht hügelig weiter. Doch die Ruhe hielt nicht lange an: Der Anstieg hoch zum Schönberg wartete schon.
Und der hatte es in sich: Eine extrem steile Piste auf trockenem, steinigen Untergrund mit stellenweise losem Geröll und Erde. Da ich bekanntlich ein paar Kilos mehr auf den Hüften mit mir herumtrage und weit entfernt von einer leichten Gazellen-Figur bin, zieht die Schwerkraft hier natürlich doppelt. Da muss das Material an den Füßen ordentlich mitarbeiten.
Hier hilft kein Jammern, also Zähne zusammenbeißen und durch. Der Challenger hat sich auf den steilen Passagen echt wacker geschlagen und der Grip auf dem trockenen Untergrund passt. Trotzdem war auf dem losen Schotter höchste Aufmerksamkeit angesagt – wenn der Boden nachgibt, rutscht man eben. In den ganz unruhigen Ecken hätte ich mir manchmal noch einen Tacken mehr Stabilität im Schaft gewünscht, aber man lernt schnell, die Füße etwas bewusster zu setzen.
Nach gut 10 Minuten intensivem Oberschenkel-Brennen spuckt einen der Trail oben aus – und man steht gefühlt auf einer eigenen kleinen Alphochfläche. Einmal kurz um den Schönberg herumgejoggt, wird man sofort belohnt: Der Ausblick am Schönberger Kapf hinab nach Gönningen und rüber auf die Alptrauf-Kanten ist einfach fantastisch und entschädigt für jeden einzelnen Höhenmeter.
Über Wiesen vorbei am Kleinen Roßberg hoch zum Roßbergturm
Über offene Wiesen zog sich die Route weiter, vorbei am Kleinen Roßberg (nicht hoch). Dort ging es einmal scharf rechts abgebogen und gleich wieder links rein in den letzten Anstieg. Der war zwar kurz, hatte es aber noch einmal richtig in sich!
Oben angekommen wartete eine kleine Kraxeleinlage an zwei Steinen, bevor die absolute Belohnung folgte: Am Quenstedt-Denkmal gab es die mit Abstand beste Aussicht des Tages in westlicher Richtung zu genießen. Zeit für eine kurze Verschnaufpause, um den Puls wieder auf Normalniveau zu bringen, bevor es weiter Richtung Roßbergturm ging.

Ab jetzt hieß es: Downhill, Baby!
Vom Roßbergturm ging es zügig bergab bis zum Parkplatz unterhalb des Turms. Dort scharf rechts abgebogen – und dann kam das absolute Highlight der Runde: Eine breite, perfekt geschotterte Piste, die sich über gut ein bis zwei Kilometer gleichmäßig den Berg hinabzieht.
Das Schöne daran? Keine fiesen Wurzeln oder versteckten Stolperfallen im Laub. Hier hieß es einfach Kopf aus, Blick nach vorne und mit Vollgas runterjucken! Auch im Downhill hat die Dämpfung des Schuhs genau das gemacht, was sie soll: den Einschlag für meine Kilos ordentlich abfangen, ohne dass man das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren.
Die Extra-Schleife fürs Ego & entspannter Ausklang
Als ich unten im Tal ankam, waren die Beine zwar bedient, aber der Kopf hatte noch nicht genug. „Ach komm, eine Schleife geht noch“, dachte ich mir und bin noch einmal auf die gegenüberliegende Talseite abgebogen. Auf breiten Waldwegen gab es noch einmal gut 50 bis 80 Höhenmeter extra obendrauf, um dem Herz-Kreislauf-System den Rest zu geben.
Danach war die Arbeit dann endgültig getan. Auf breiten Waldwegen ging es dann ganz entspannt und seicht bergab zurück Richtung Freibad. Das letzte Stück bot einen herrlichen, ruhigen Ausklang der Runde, um den Puls wieder auf Normalniveau zu bringen und die Trails noch einmal Revue passieren zu lassen. Ein genialer Moment kurz vor dem Finish einer rundum gelungenen Runde.
Fazit
Eine anstrengende, abwechslungsreiche und landschaftlich geniale Runde vor unserer Haustür. Wer steile Anstiege nicht scheut und im Sommer lange Socken gegen Zecken einpackt, wird mit traumhaften Ausblicken am Albtrauf und einem fantastischen Downhill belohnt! Auch der Hoka Challenger 8 hat sich als verlässlicher Allrounder bewährt – er steckt die harten Asphalt-Zubringer locker weg und packt auf den trockenen Trails ordentlich zu.
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